28. September 2018, Stéphane Piqué, Accenture AG

Warum es sich lohnt, wenn man bei der Arbeit regelmässig in die Luft geht

Drohnen sind viel mehr als nur ein Spielzeug oder ein Hilfsmittel für Fotografen, um tolle Luftaufnahmen von Landschaften zu machen. Heute helfen sie überall da wichtige Informationen und Daten zu sammeln, wo man bisher nur mit extrem viel Aufwand und oft hohem Risiko zum Ziel gekommen ist. Und tragen so auch zur Sicherheit von zum Beispiel Flugzeugen, Gebäuden und der Energieversorgung bei.

 

Die kleinen Propeller drehen sich immer schneller. Mit einem leisen Surren steigt die Drohne rasch weiter in die Höhe, bis sie schliesslich über dem Cockpit eines der vielen Flugzeuge in einem der riesigen Hangars des Flughafens schwebt. Mit einem der Spielzeuge, die man aus vielen Kinderzimmern oder auch manchem Büro kennt, hat das High-Tech-Fluggerät wenig zu tun. Es trägt auch keine einfache Kamera, die nur dazu geeignet ist, ein paar beeindruckende Luftbilder zu schiessen.

Bestückt ist die Drohne mit einer hochauflösenden Spezialkamera und Sensoren, mit denen man selbst kleinste Veränderungen und Schäden am Material messen und feststellen kann. Das Ziel der hier beschriebenen Mission: so schnell und exakt wie möglich zu erkennen, welche Schäden ein Hagelschauer verursacht hat, den das Flugzeug auf seiner letzten Reise durchflogen hat.

 

Flugzeuge dank Drohnen schneller wieder in der Luft

 

Millimetergenau gesteuert fliegt die Drohne das Flugzeug ab, Kameras und Sensoren erfassen jeden Millimeter der Oberfläche. Die gesammelten Daten werden in ein Bildanalyseprogramm eingespeist und in Echtzeit ausgewertet -  etwas, was früher das Flugzeug Stunden am Boden festgehalten hätte, lässt sich so heute in einem Bruchteil der Zeit erledigen. Wird dabei ein Fehler entdeckt, wird sofort ein Alarm ausgelöst. Die in der Folge notwendigen Massnahmen werden vollautomatisch eingeleitet – ein intelligentes, vernetztes System, das natürlich nicht nur von der Luftfahrtindustrie genutzt wird. Sondern auch von Telekommunikationsfirmen, Stromversorgern und vielen anderen Industrien.

Zum Einsatz kommen Drohnen und die digitalisierte Analyse der durch sie erhobenen Daten, bevorzugt überall da, wo man sonst nur sehr schwer hinkommt: Windkraftturbinen, Hochspannungsleitungen oder auch Bauwerke wie Hochhäuser und Brücken. Einsatzorte, die nur mit sehr viel Aufwand zu erreichen sind und für die man bisher oft Hubschrauber brauchte. Ein extremer Kostenfaktor, der zum Beispiel dazu geführt hat, dass man Stromtrassen oft nur stichprobenartig untersucht hat.

 

Mehr Sicherheit durch regelmässige Kontrolle

 

Der Einsatz von Drohnen ändert das. Weil damit die flächendeckende Kontrolle ganzer Anlagen zu vertretbaren Kosten möglich wird. Und weil man sie dank reduzierten Kosten auch regelmässiger durchführen kann. Die Analyse durch Drohnen ist also nicht nur einfacher und bequemer. Sie trägt auch zur Sicherheit bei. Übrigens: das gilt nicht nur für die überprüften Bauwerke, Flugzeuge oder Industrieanlagen. Sondern auch für die von Arbeitern und Spezialisten, denen die oft extrem gefährliche Kletterpartie in luftige Höhen erspart bleibt.

 

Stéphane Piqué, Accenture AG