23. Oktober 2018, Dr. Oliver Klaus, T-Systems Schweiz

Intelligente Mobilität der Zukunft

 

 

Vernetzte Parkplätze, personalisierte Mobilitätsangebote, intelligente Verkehrssteuerung oder das autonome Fahren sind nicht mehr nur Zukunftsmusik.

 

Rund 6 Millionen Schweizer nutzen ein Smartphone[1]: als Kommunikationsmedium, als Informationsmedium und immer öfter als persönlichen Assistenten. Nun gehen wir den nächsten Schritt und vernetzen die virtuelle mit der physischen Welt. Neue Technologien wie beispielsweise das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz (KI) und hochentwickelte Sensoren ermöglichen die Digitalisierung der Mobilität. So wird es eine Frage der Zeit, bis autonome Fahrzeuge auf Schweizer Strassen und Schienen eigenständig unterwegs sein werden.

Selbstfahrende und intelligente Autos

Die Entwicklung des Autos ist bereits in einer weiteren Entwicklungsstufe: dem autonomen Fahren. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist die Vernetzung – und die ist Dank der Digitalisierung nicht mehr aufzuhalten. Schon Ende 2018, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner, werden weltweit 21 Millionen vernetzte Fahrzeuge vom Band gerollt sein. 2020 sollen es 61 Millionen sein. In Europa markiert der April 2018 einen Meilenstein für das vernetzte Auto: Von da an muss – so hat es das Europäische Parlament festgelegt – jeder Neuwagen über «eCall» verfügen. Dieses Notrufsystem fordert dank einer eingebauten Mobilfunkkarte (eSIM) bei einem Unfall automatisch Hilfe an.

Ampel an Auto: «Ich bin grün.»

Das intelligente Fahrzeug tauscht nicht nur mit seinem Hersteller und Zulieferern Daten aus: Services wie Navigation und Verkehrsinformationen werden bereitgestellt und mit anderen Geräten im Internet der Dinge integriert: mit Smartphones, dem Smart Home, intelligenten Fahrrädern oder mit der Verkehrsinfrastruktur sowie anderen Fahrzeugen. Bereits im Frühjahr 2018 haben beispielsweise die SBB und weitere Partner mit Tests für selbstfahrende Busse in der Stadt Zug begonnen.

Smartes parken für eine digitale Stadt

Eines der drängendsten Probleme im städtischen Hier und Jetzt ist das steigende Verkehrsvolumen. Ein Drittel des Verkehrsaufkommens entsteht nur durch Parkplatzsuche. Im Durchschnitt kreisen wir ganze 4,5 Kilometer, bevor sich der ersehnte Spot auftut. Das stiehlt wertvolle Zeit und wir schaden durch unnötige CO2-Produktion zusätzlich der Umwelt. Dabei könnte es dank digitaler Technologien ganz anders sein: Mit Hilfe von Sensorik, neuen Netzstandards und der Cloud können Autofahrer problemlos zum freien Parkplatz finden – mittels App auf ihrem Smartphone. Diese gibt Echtzeitinformationen über freie Parkplätze, bietet Reservierungsoptionen und ermöglicht eine minutengenaue Abrechnung der Parkzeit. In der Schweiz testen derzeit St. Gallen sowie der Kanton und die Stadt Genf das «Smart Parking».

Nur zögerliche Akzeptanz

Eine Hürde beim autonomen Fahren sind allerdings auch die Autofahrer selbst: Ihnen fehlt die Überzeugung. Das äussert sich in den Bedenken hinsichtlich der Weitergabe und den Schutz ihrer Daten, der Fahrsicherheit teil- und vollautomatisierter Fahrzeuge und möglicher Hackerangriffen.

Im Vergleich zu einem Auto verfügt ein Flugzeug-Pilot bereits heute über eine vergleichbare Technologie. Das Flugzeug steuert sich im Autopilot praktisch allein. Das gleiche gilt für die Eisenbahn, und in vielen U-Bahnen hat es keinen Fahrer mehr. All dies gehört schon heute zu unserem normalen Alltag.

Noch werden autonome Autos in der Schweiz nur getestet. Die Hürden, die es zu überwinden gilt, sollten in naher Zukunft angepackt werden, um das notwendige Fundament für die Mobilität der Zukunft zu schaffen.

 

Dr. Oliver Klaus, T-Systems Schweiz